Dienstag, 14. August 2018

50  Jahre Jugendfeuerwehr Freiheit

In den 60er Jahren stellten sich nicht mehr genügend erwachsene Bürger der Gemeinde Freiheit für den Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr zur Verfügung. So mussten damals schon dringend Überlegungen Angestrengt werden, auf welche Art und Weise man den dringend benötigten Nachwuchs für die Wehr gewinnen kann. Das Kommando der Wehr entschloss sich dann dazu, es anderen Wehren gleichzutun, und beschloss dann die Gründung einer Jugendfeuerwehr.

Mitte März 1965 trafen sich die Gründungsmitglieder Peter Dix, Otto Froböse, Hermann Helbing , Harald Hoffmann, Manfred Kamps, Dieter Kreiter , Jochen Lange, Reinhard Nolte, Peter Steuerwald, Friedhelm Strickroth, Reiner Töpperwien und Ronald Volmer unter der Leitung des Gemeindebrandmeisters Edgar Döring und dem Oberlöschmeister Gustav Tödteberg zum ersten Übungsdienst der Jugendfeuerwehr Freiheit. Erster Jugendleiter (wie es damals noch hieß) wurde Kurt Falk und Gustav Waldmann sein Stellvertreter. Somit wurde die Jugendabteilung der Ortsfeuerwehr Freiheit aus der Taufe gehoben.

Neue Mitglieder ließen nicht lange auf sich warten so bestand die JF Freiheit  Ende 1965 aus 16 Mitgliedern.

Da die Jugendfeuerwehr zu beginn erst einmal ohne Feuerschutzkleidung etc. auskommen musste, stellte die Gemeinde Freiheit finanzielle Mittel zur Verfügung um dieses zu ändern. Präsentiert wurde die Uniform der Öffentlichkeit dann beim Schützenfestumzug.

Bemerkenswert war es allerdings, dass es schon in der Gründunstphase keinerlei Anstrengung durch die Presse und jeglicher anderer Werbung bedurfte, aber es sich  immer mehr Jugendliche der Jugendfeuerwehr anschlossen, heutzutage kaum noch vorzustellen.

1966 übernahm dann die Jugendfeuerwehr erstmals das aufbauen und ausrichten des Osterfeuers auf dem Butterberg und führt dieses, wenn auch an einer anderen Stelle immer noch mit Unterstützung der aktiven Kameraden durch, so dass wir nächstes Jahr wieder ein 50 jähriges Jubiläum feiern können.

Wenn zu Anfang der Schwerpunkt auf der feuerwehrtechnischen Ausbildung lag, so erkannte die Führung der JF ziemlich schnell, das man damit allein auf Dauer keine Jugendlichen begeistern kann, Motivation ist also eine Tätigkeit mit der sich Jugendwarte schon Jahrzehnte beschäftigen müssen, irgendwie beruhigend.

Im Mai 1967 nahm die Jugendfeuerwehr an den Jubiläumsfeierlichkeiten zum 90. Jubiläums der Feuerwehr teil, hier durften sie erstmals eine Schauübung durchführen. Im Spätsommer gab es dann wieder eine Premiere und zwar fuhr eine Gruppe zum Zeltlager nach Dahlenrode. Dort errangen sie auch das erste Mal die Leistungsspange.

Das Highlight 1969 war mit Sicherheit die Fahrt in die Osteroder Partnerstadt Armentiers im Juli.

Da Kurt Falk 1971 zum Gemeindebrandmeister ernannt wurde, gab er den Posten als Jugendwart in die Hände von Heinz Wenzel ab. Ulrich Dawe wurde neuer Stellvertreter.

Leider musste 1972 schon erneut ein Wechsel stattfinden, da Heinz Wenzel aus beruflichen Gründen sein Amt niederlegen musste, Ulrich Dawe wurde Jugendwart und Peter Dix, Gründungsmitglied der Jugendfeuerwehr, wurde Stellvertreter. Stolz nahmen die Jugendlichen 1972 auf ihrer Mitgliederversammlung einen von der aktiven Abteilung gestifteten Wimpel in Empfang, dieser Begleitete die Jugendfeuerwehr dann auch immer bis 2007, dort fiel er dann der Brandstiftung es Feuerwehrhauses zum Opfer.

1973 folgte wieder ein Wechsel in der Führung, Peter Dix wurde jetzt Jugendwart und Hubertus Schröder sein Stellvertreter.

1975 10 Jahre Jugendfeuerwehr dieses wurde mit Pokalwettkämpfen  gefeiert. Zu bemerken ist das es in den ersten 10 Jahren kaum Schwankungen in den Mitglieder zahlen gab so waren es immer zwischen 19 und 15 Jugendlichen. Aber es gab kaum Austritte die Sinkenden Zahlen sind eher der Übertritte in die Aktive Abteilung zu  zuschreiben--- Ein Traum wenn das auch heute noch so wäre.

1977 gab es dann schon wieder ein Jubiläum. Und zwar feierte man 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Freiheit. Die Jugendfeuerwehr durfte natürlich nicht fehlen und übte eine Schauübung ein, die sie nach dem Jubiläumsumzug dann auch allen vorführte.

1978 wurde Hubertus Schröder Jugendwart und Rüdiger Peinemann sein Stellvertreter, schön dass beide immer noch aktiv in der Feuerwehr sind und heute auch beide anwesend sind.  Aber 1978 war eh ein besonderes Jahr, denn es fanden auch erstmals Mädchen den Weg in die Jugendfeuerwehr und  auch in der Aktiven Abteilung fanden sich die ersten Frauen ein..... Außerdem wurde ich da geboren, wenn das nicht mal Schicksal ist.

1980 hatte die Jugendfeuerwehr Freiheit 28 Mitglieder, davon 3 weibliche. Doch die 80 er Jahre waren in der Mitgliederstatistik ein ständiges Auf und Ab, so waren es 85 noch 9 und 89  waren es sogar nur noch 7 Mitglieder.

1989 legte Hubertus Schröder sein Amt als Jugendwart nieder und Werner Baumert wurde sein Nachfolger.

1990 hieß es dann 25 Jahre Jugendfeuerwehr Freiheit, ein Fest was Werner Baumert mit Hermann Helbing zum Anlass nahm eine Werbeaktion durchzuführen um den Abwärtstrend aufzuhalten und umzukehren und es klappte in diesem  Jahr gab es 12 Neuzugänge.

Aber so ein Fest will auch gebührend gefeiert werden und so wurde im Mai  das Bestehen der Feuerwehr mit einem Zeltlager gefeiert, an denen rund 120 Personen aus dem gesamten Stadtgebiet teilnahmen.

In den 90 er Jahren ging es dann auch langsam mit Ausflugsfahrten los, die sich bis heute noch halten, so ging es unter anderem ins Phantasialand mit Besichtigung der Flughafen Feuerwehr Köln/ Bonn, Stadtzeltlager nach Otterndorf, Fahrt zur Interschutz und sogar in den Movie Park nach Bottrop ging es.

1995 wählten die Jugendlichen Michael Thielemann zu Ihrem neuen Jugendwart, Stellvertreter war Thomas Schulze. In dieser Amtszeit hab ich dann auch die ersten Berührungen zur Freiheiter Feuerwehr gehabt, so nahm ich an der von Michael organisierten Fahrt in den Movie Park teil und entdeckte bei Diensten meine Leidenschaft für das Hobby Feuerwehr.

1998 folgte Thomas Schulze Michael Thielemann im Amt des Jugendwartes.

1999 fand das erste Mal ein gemeinsamer Dienst mit der aktiven Abteilung statt, hier sehen die Kinder einmal das Aufsitzen, Antreten keine Erfindungen sind um sie zu langweilen und zu quälen sondern Dinge des Feuerwehrlebens mit denen sich auch die Erwachsenen herum ärgern dürfen.

In regelmäßigen Abständen finden diese Dienste auch heute noch mit der Jf und den aktiven statt.

2002 fand mal wieder ein Jubiläum statt und zwar 125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Freiheit. Hier stellte die Jugendfeuerwehr nicht nur Statisten für die Jubiläumsübung der Feuerwehr Freiheit, mit der Feuerwehr Osterode, Lasfelde und Lerbach; sie half den Aktiven beim Schmücken des Ortes, da eine Gruppe Aktiver beim Elbehochwasser mit der Kreisfeuerwehrbereitschaft im Einsatz war. Außerdem marschierte sie mit beim Festumzug und nahm auch an den Feierlichkeiten auf den Freiheiter Höhen teil.

Im Dezember 2002 wählten die Jugendlichen dann Thomas Domeyer als Nachfolgenden Jugendwart da, Thomas Schulze Ortsbrandmeister wurde.

Das nächste Jubiläum ließ nicht lange auf sich warten und so durfte Thomas Domeyer 2005  das 40. Jubiläum der Jugendfeuerwehr im September auf den Freiheiter Höhen durchführen.

Und weil das noch nicht genug Stress ist, dachte er sich ich führe im Juli auch noch mal den ersten 24 Stunden Dienst der Jugendfeuerwehr durch.

2007 war ein Schwarzes Jahr in der Geschichte der Feuerwehr Freiheit, so meinte ein Unbekannter im Juni die Mülltonne in dem Holzverschlag vor dem Feuerwehrhaus anzuzünden, das Feuer griff auf das Haus über und so fanden in den ersten Wochen kaum und in den nächsten Wochen Dienst in abgeänderter Form statt. Was aber zu bemerken ist, das auch die Jugendfeuerwehr immer helfen wollte und in manchen Teilen auch konnte , um das Feuerwehrhaus wieder zu renovieren, was zeigt wie wohl und gut aufgenommen sich die Kinder in dieser Gemeinschaft Feuerwehr fühlen ..

Wie sein Vorgänger Thomas Schulze, hörte auch Thomas Domeyer bereits nach 5 Jahren als Jugendwart auf und wurde Ortsbrandmeister.

Seit Dezember 2007 darf Joyce Spillner nun auf Wunsch der Jugendlichen die  Geschicke der Jugendfeuerwehr Freiheit leiten.

2010 wurden wir zum Pfingstzeltlager nach Wacken eingeladen, dort feierte die Jugendfeuerwehr ihr 15 Jähriges Jubiläum. An diesem Wochenende beschlossen die Jugendwarte beider Wehren, dass man die fast 40 Jahre währende Freundschaft der Wehren auch auf die Jugendwehren ausweiten sollte und so wurde verabredet , das man sich alle 2 Jahre mal auf der Hälfte der der Strecke trifft und ein Wochenende zusammen verbringt.

Gesagt getan und so traf man sich 2012 und 2014 im Heidepark und verbracht das Pfingstwochenende im Holiday Camp. Und man kann sagen, wir hatten  bis jetzt jedes Jahr so gutes Wetter das die spontan entstandene Tipilua Wasserschlacht schon ein Ritual geworden ist. Jeder der sie einmal miterleben durfte, weiß das nicht nur die beteiligten sondern auch zu langsame Zuschauer nass bis auf die Knochen geworden sind.

2013 sanken die Mitgliederzahlen dann unter 10 das man kaum noch eine eigene Gruppe halten konnte, so nahm sich der stellvertretende Ortsbrandmeister Werner Pförtner ein Herz und schnappte sich Jan Schwarze und sie besuchten alle Familien in der Freiheit mit Kindern im Jugendfeuerwehr tauglichem Alter und machten Fleißig Werbung. Mit dem Erfolg, das wir Ende Februar 2014; 9 Kinder mit Familien im Feuerwehrhaus zum Waffel essen begrüßen konnten von denen dann auch 7 den Weg in die Feuerwehr fanden.

Konnte man in den 60 Jahren noch die Jugendlichen mit Sport , Lieder singen und Feuerwehrtechnik begeistern ist es doch schon etwas schwieriger geworden, so ist es schon fast normal das auf den Dienstplänen auch mal Schwimmbad, Eis essen, Mc Donald und Bowlen steht, was die Kinder sich ja auch meist verdient haben, bedenkt man mal alleine was die Schule für Stunden einfordert und wie lange dann die Hausaufgaben noch in Anspruch nehmen. Nicht zu vergessen die Verlockungen der Medien, sei es Fernsehen und PC selbst die Handys nehmen ja schon einen großen Teil des Tagesablaufes in Beschlag. So ist es nicht so einfach die Mitglieder zahlen konstant zu halten, und noch wichtiges ist es auch das man lernt das die Feuerwehr auch eine gewisse Soziale Aufgabe hat, zu helfen ohne an die eigenen Vorteile zu denken. So fingen wir 2013 an uns sozial zu engagieren und konnten sogar mit beiden Projekten Preise gewinnen beim Förderpreis des Kreisjugendringes. 2013 den 1. Platz und 2014 den 2. Platz.

Wie umfangreich die Jugendarbeit in den letzten 50 Jahren geworden ist, zeigt sich auch in den Stundenzahlen. Waren es in den 60 und 70 Jahren immer so 30-35 Dienste mit insgesamt 90-95 Dienststunden. So waren es in 1998 z.B. schon 133 Stunden insgesamt und 2014 187 Stunden Sowohl Feuerwehrtechnisch als auch die Sonstigen Stunden. Das sich diese Arbeit aber lohnt zeigt sich das in den 50 Jahren Jugendfeuerwehr Freiheit über 50 Kameraden und  Kameradinnen in den aktiven Dienst übernommen worden sind, leider sind nicht alle noch dabei, aber es ist eine beachtliche Zahl.

Zum Ende bleibt sich nur noch bei allen alten und amtierenden Jugendwarten, Stellvertretern und Betreuern für Ihre verrichtete Arbeit der letzten 50 Jahre zu bedanken , und zu hoffen das es die nächsten 50 Jahre so erfolgreich weiter geht.